Asia-Music Konzerte in Deutschland

In der letzten Zeit finden immer mehr japanische und auch koreanische Bands den Weg nach Deutschland, denn besonders die K-Pop Welle schlägt immer noch hohe Wellen.

Doch anstatt wie es früher bei Konzerten japanischer Bands der Fall war, mehrere Konzerte in div. Teilen in Deutschland zu geben gibt es nun zum Teil nur ein Konzert z.B. in Berlin oder Köln. Nicht zu vergessen, dass diese Konzerte meist unter der Woche stattfinden, was es für Fans meist noch ein wenig unmöglicher macht ihre Lieblingsbands live zu sehen. Natürlich sind weite Reisen für Fans nicht gerade das größte Hindernis, doch unter der Woche sind diese fast unmöglich zu bewältigen, wenn man nicht Urlaub einreicht oder die Schule schwänzt.

Daher brauchen sich auch Veranstalter nicht darüber wundern, dass die Besucherzahlen von asiatischen Konzerten gelegentlich zurückgehen. Aber genau dadurch werden auch immer mehr Termine für Konzerte in Deutschland unter die Woche verlegt. Es ist also mal wieder ein Teufelskreislauf, welcher schwer zu durchbrechen scheint.
 
Kommen wir aber nun auch zu einem anderen Punkt und das sind die Ticketpreise.
Dabei erinnere ich mich gerne daran, wie ich „the Gazette“ damals live gesehen habe und damals für das Ticket knapp etwas über 30€ gezahlt habe. Wenn ich dann an die kommenden Konzerte der Band denke, bei denen die Tickets über 60€ kosten sollen. Die Band spielt zwar 2 Konzerte in Deutschland (Dortmund & München), aber eins davon ist unter der Woche (Dortmund an einem Mittwoch) und zudem fehlt irgendwie die flächendeckende Abdeckung von früher. Wo bleiben z.B. Hamburg für den Norden und Berlin für den Osten Deutschlands?

 
Aber wieder zurück zu den Ticketpreisen. Ich persönlich finde es wirklich interessant, dass eine Band wie „the Gazette“ über 60€ für eine Konzertkarte verlangt, während eine Band wie „VAMPS“ mit einem Superstar wie Hyde gerade mal 35€ für eine Karte verlangen.
Noch schlimmer finde ich jedoch die Ticketpreise für Konzerte koreanischer Künstler & Bands. Als ich überlegt habe ob ich mir nicht vielleicht „Jay Park“ live anschauen wollte, hab ich ganz brav gewartet bis die Ticketpreise draußen waren und ich muss ganz ehrlich sagen 50-70€ für ein Ticket ist nun wirklich sehr viel für einen einzelnen Künstler, welcher wirklich nur eine „Randspate“ bedient. Zudem man mit den 50-70€ Tickets noch nicht einmal die Chance hat vor der Bühne zustehen. Dies bleibt den Ticketbesitzer eines 120€ teuren „Golden Ring“ Tickets vorbehalten.

Klar „wahre Fans“ sind nun wirklich bereit jeden Preis für ein Konzert ihres Lieblingskünstlers zu bezahlen, doch wie wollen die Veranstalter, Bands, Labels usw. erwarten, dass ihre Künstler hierzulande populärer werden, wenn sie solche Ticketpreise ansetzen und die Konzerttermine wirklich unpassend legen? Natürlich gibt es alle möglichen Informationen usw. über das Internet, aber ein Konzert wird immer wieder eine besondere Erfahrung sein, welche einem Künstler viele neue Fans bringen kann.

Mir stellt sich nun die Frage, ob es sinnvoll wäre etwas dagegen zu unternehmen (Petition usw.) oder ob wirklich jeder Fan asiatischer Musik bereit ist diese „überteuerten“ Ticketpreisen und weniger Konzerten in Deutschland (und diese auch noch meist unter der Woche) einfach hinzunehmen.


Xoxo,
Nana

Hachiko

Hachiko

1983's Geekgirl, Otaku, Gamergirl, Newbie-Photographer, Musiclover

11 Comments

  1. Die Ticketpreise sind gesalzen, das ist wahr, man muss aber bei den Kpop-Künstlern beachten, dass die Shows oft aufwendiger sind und abwechslungsreicher, als die der J-Rock-Bands. In Korea sind Konzerte meist ähnlich teuer, wenn nicht sogar noch um einiges teurer.
    Oft müssen die Veranstalter auch die Ticketpreise so hoch ansetzen, damit es sich überhaupt lohnt, eine Band oder einen Solo-Künstler nach Europa zu holen
    Sich dagegen mit einer Petition zu wehren, wird wenig bringen, zumal Deutschland eine winzige Fangemeinde ist.

    • Na gut, ich beziehe mich aber auch nicht auf die Ticketpreise in Korea oder so. Die können gerne höher sein, aber da sind die Konzerte dann auch über fast ganz Südkorea verteilt und nicht nur z.B. auf Seoul oder?

      Das mit der Petition war halt eine kleinere Spinnerei und das was den meisten wohl zuerst einfallen würde. ^_~ Ich finde nur, dass man die Veranstalter einfach auf sowas aufmerksam machen müsste. Ob es was bringt und wie man das am Besten machen kann ist eine andere Sache.

      Zudem ist es nicht fair eine ganze „Fangruppe“ bis auf den letzten Cent quasi auszunehmen. Und so kommt es mir ein wenig vor.

  2. Angebot-Nachfrage gilt nun mal überall.
    Wenn ich als Veranstalter sehen würde, dass die Tickets, die ich für 30€ anbiete, auf Ebay nachher über 100€ bringen (und 90% der dort angeboten Tickets auch für diesen Preis ihren Besitzer wechseln) würde ich mich auch ärgern und das nächste mal direkt 60€ verlangen.
    Wieso sollten sie denn weniger als 60€ verlangen, wenn das Konzert doch innerhalb weniger Minuten ausverkauft ist?

    Auch der Vergleich mit VAMPS hinkt hier ziemlich.
    Nur weil in Japan eine Band sehr angesagt ist, heißt das noch nicht, dass es für diese Band auch hier eine Menge an Fans gibt!
    Umgekehrt gilt das genauso.

    Beispiele?

    Dio – In Japan hat sich niemand für sie interessiert, in Europa waren die Konzerte immer super besucht!
    Kagrra – Ich erinnere mich noch, wie alle Kids wegen Alice Nine zu diesem Event gekommen sind und bei Kagrra teilweise schon das Event verlassen haben und das obwohl Kagrra schon sehr viel länger im Geschäft waren und zu dem Zeitpunkt auch riesige Hallen in Japan füllen konnten, während Alice Nine noch auf Indie-Events spielen mussten.

    • > Vergleich mit VAMPS <

      ich denke du missverstehst da etwas, was Nana damit sagen möchte. Im vergleich zu the Gazette ist Hyde um längen bekannter und hat auch ein höheres Einkommen, es misst sich am grad der Bekanntheit. Demnach kann Hyde weit aus mehr verlangen als wie es Angeboten ist.

    • Es misst sich am Grad der Bekanntheit am Veranstaltungsort, nicht in Japan!

      Die Zielgruppe von Gazette setzt sich auch mehr aus Teenies zusammen, die bereit sind ihr Geld für ein Ticket zu opfern, die Fans von VAMPS sind im Durchschnitt sicher ein paar Jährchen älter und haben wichtigeres zu tun.
      Der Preis richtet sich nach dem, was die Zielgruppe bereit ist zu bezahlen.

    • Okay, klar gibt es immer wieder Angebot & Nachfrage, das ist in der Marktwirtschaft nun mal so.
      Auch die Fangemeinde ist sicher eine andere bei den beiden Bands. Jedoch finde ich persönlich, dass sich die Bekanntheit von Gazette in den letzten 6 Jahren nicht sonderlich erhöht hat und deren Fans sind über die Jahre auch älter geworden.

      Den Vergleich mit VAMPS habe ich aus dem Grund gezogen, dass ich finde das ein Superstar wie Hyde (der ist er nun mal in Japan und hier kennt ihn auch so gut wie jeder), eigentlich mehr Geld verlange könnte.
      Da spielen ja auch immer wieder Labels und Veranstalter eine große Rolle. Die müssen sich ja auch immer einigen, trotzdem hat die Band oder der Künstler da immer noch ein großes Wörtchen mitzureden.

      Ich gehöre nun schon zu den älteren Konzertgängern und habe dadurch auch die Ticketpreise über Jahre hinweg beobachtet und mittlerweile kommt es mir „PERSÖNLICH“ so vor, als wolle man eine „Fanszene“ schröpfen, da man sich denkt „die sind eh bereit jeden Preis für ihre Band zu bezahlen“. Und sowas finde ich von Veranstaltern und Labels einfach nicht fair.

    • Denkt man sich nicht nur – sind sie ja scheinbar!
      Aus welchem Grund sollten Veranstalter weniger verlangen, wenn ihre Konzerte doch ruck zuck ausverkauft sind?

      Als VA ist man nun mal Geschäftsmann/frau und nicht die Wohlfahrt, die es jedem ermöglichen muss auf ein Konzert zu kommen.

      Ich kann verstehen, dass das denjenigen nicht passt, die sich ein Konzert plötzlich nicht mehr leisten können oder keine Zeit haben unter der Woche weite Wege auf sich zu nehmen, aber im Endeffekt ist das ja nicht das Problem des Veranstalters, solange die Halle auch ohne eben diese Leute voll wird.

      Es ist doch ganz einfach so:

      Bei, bleiben wir mal bei Gazette, zwei Konzerten, muss ich auch nur 2x die Halle, 2x den Staff, 2x den Techniker, 2x den Weg zur Halle und 2x das Hotel bezahlen.
      + Die Konzerte sind ausverkauft
      + Der VA kann sich eher sicher sein, mit einem Gewinn aus der Sache rauszukommen
      Hallen an Wochenenden sind zudem auch in der Regel locker mal 1/3 teurer.

      Bei 5 Konzerten hat man als VA gleichzeitig einfach -viel- mehr Kosten und kann sich seines Gewinns eben nicht mehr sicher sein!

      Aus der Fan-Perspektive sieht das natürlich alles gleich nach Abzocke aus, aber wenn man die Abläufe ‚Backstage‘ kennt, finde ich das alles mehr als nachvollziehbar.

      Was passiert, wenn man der Wirtschaftlichkeit seiner eigenen Veranstaltungen zu wenig Beachtung schenkt, hat man ja an R:ID gesehen!

    • Natürlich ist die „Fanperspektive“ immer eine andere als die des Veranstalters. Ich kenne beide Seiten sehr gut und habe mich in diesem Blog mal auf meine „PERSÖNLICHE“ Seite bezogen.
      Zumal ich mich auch bevor ich diesen Blog geschrieben habe, mit sehr vielen Fans unterhalten habe.

      Ich sage ja nicht, dass sie der Wirtschaftlichkeit genau so wenig Beachtung schenken, wie es damals bei R:ID der Fall war, aber wenn ich merke, dass ein Konzert z.B. schnell ausverkauft ist und die Fans sich dann auch noch darüber beschweren, warum dann nicht auch mal versuchen ein Zusatzkonzert in einem anderen Teil Deutschlands zu geben? Da gibt es immer Möglichkeiten.

      Zudem kann man Ticketpreise wirklich gut kalkulieren. Wenn ich z.B. eine Band wie Gazette bringe, die seit 7 Jahren nicht mehr hier gespielt hat und von der man ganz genau weiß, dass die Fans danach kreischen, würde ich doch schauen ob ich nicht mehr Konzerte von denen „ausverkauft“ bekomme, dies aber dann eventuell auch zu einem Preis, der gerade den jungen Fans nicht als totaler Wucher vorkommt.

  3. Danke für den Artikel. Ich persönlich glaube aber, dass das Management der jeweiligen Künstler vom europäischen Markt und den Geldverhältnissen der Leute schlicht keine Ahnung hat.

    In Japan und Korea kostet kaum ein Indie-Konzert unter 20 E, Dir en grey z.B. kosten immer ca. 60 E und bei Pop-Superstars geht es nie unter 90 E oder 100 E. Weil das Verständnis von Geld und wofür man es ausgibt grundsätzlich anders ist als in Deutschland. Egal was man machen will, wenn man in Japan z.B. ausgeht, man kommt selten unter 30 E am Abend, selbst wenn man spart. Das ist einfach so.

    Und dann denkt das Management, dass Deutschland ja ein reiches Industrieland ist und dass Fans schließlich Fans sind. Aber sie verstehen nicht, dass deutsches Taschengeld einen Bruchteil des japanischen ausmacht, deutsche Studenten von Bafög leben und der Studentenjob für den Lebensunterhalt gedacht ist und kein Taschengeld ist. Außerdem fehlt die reiche Hausfrauen-Riege, die in Japan grundsätzlich die Fanartikel-Shops leer räumen. Sie begreifen nicht, dass unser guter Lebensstandard nicht bedeutet, dass wir so schrecklich viel Kohle für Freizeit locker haben.

    Diese Unterschiede begreift man aber erst, wenn man eine Weile im Land war.

    • Dane für das nette Feedback. Es tut gut mal Informationen von jemandem zu lesen, der auch schon in beiden „Ursprungsländern“ unterwegs war.

      Ich denke nur, dass wenn das Management so etwas nicht weiß, dann sollte der Veranstalter, welcher ja meist in Deutschland sitzt und die Situation darüber kennen sollte, denen das mal klar machen. Aber da können wir wohl lange warten.

      Ich würde Deinen Kommentar gerne auf meiner Facebookseite veröffentlichen, wenn das für Dich ok wäre. Gerne auch mit Link zu Deinem süßen Blog ^_^

  4. Soviel zum Thema ‚Angebot und Nachfrage‘. Das Konzert von Jay Park wurde heute offiziell abgesagt. 😉
    Anscheinend, weil zu wenig Karten verkauft wurden. Wenn man sich die Preise ansieht – warum denn wohl? XD Und nur mal so: Für knapp 120€ hatte ich damals SM Town gesehen. Das waren glaub ich 5 Bands für den Preis. In Japan sieht man bei Johnnys Countdown für 60 € im Tokyo Dome mit einer Megashow fast alle Bands des Labels. Bei A-Nation habe ich auch ich glaube ca. 7 Bands für knapp 80 € gesehen. Somit hat sich das Management da wohl GEWALTIG verzockt mit den Preisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.